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Doppelpack von Hesse sichert 3:1-Erfolg gegen Bremen II Drucken E-Mail
Samstag, den 02. Oktober 2010
klein_nachbremen2Nach 82 Minuten war für Kai Hesse der Arbeitstag zu Ende. Unter lautem Beifall der 7463 Zuschauer auf dem Bieberer Berg verließ Hesse das Spielfeld und wurde an der Seitenlinie vom gesamten Trainerteam und seinen Mitspielern nacheinander umarmt. „Er war heute der beste Mann auf dem Platz“, lobte Trainer Wolfgang Wolf. Mit seinem Doppelpack innerhalb von nur neun Minuten schaffte er die Wende im Spiel gegen den Tabellenvorletzten Werder Bremen II. Mit 3:1 siegte der OFC und das, nachdem die Kickers zur Halbzeit noch mit 0:1 in Rückstand lagen.

OFC-Trainer Wolfgang Wolf vertraute der gleichen Anfangself, die schon beim 1:0-Auswärtserfolg in Koblenz begonnen hatte. Christopher Lamprecht bekam erneut das Vertrauen rechts hinten in der Viererabwehrkette, vor ihm spielte erneut Kai Hesse.

Sportmanager Andreas Möller hatte unter der Woche schon eine Vorahnung, welch schweres Spiel den Kickers gegen den Tabellenvorletzten bevorstehen sollte. „Das wird kein leichtes Spiel“, sagte er. Und schon nach sechs Minuten sah er sich darin bestätigt. Bremen begann besser und kam zur ersten Chance nach einem Eckball von Onur Ayik. Sandro Stallbaum köpfte den Ball aus vollem Lauf aufs Offenbacher Tor, Wulnikowski konnte ihn gerade noch über die eigene Torlatte lenken. In der 11.Minute dann sogar der Führungstreffer für die Gäste. Thimmy Thiele setzte sich auf der linken Außenbahn durch und war schon fast an der Torauslinie angekommen, als er geschickt zurückpasste. Pascal Testroet war völlig frei und traf aus zehn Metern per Vollspann zum 1:0 unter die Torlatte.

Nach einer Viertelstunde kamen die Gastgeber besser ins Spiel. Auf der rechten Seite spielte Hesse in den Lauf von Lamprecht, der scheiterte jedoch aus kurzer Distanz an Bremens Schlussmann Wiedwald. Drei Minuten später flankte Berger, der nach seinem Siegtreffer gegen Rostock für die Wahl zum Tor des Monats September nominiert wurde, von links hinein auf Feldhahn. Der 25jährige, der die letzten beiden Jahre noch das Bremer Trikot getragen hatte, traf den Ball aber nicht richtig.

Nach 20 Minuten tauchte dann erstmals Kickers-Torjäger Olivier Occean gefährlich im gegnerischen Strafraum auf.  Doch sein Kopfball aus fünf Metern, nach Flanke von Teixeira, war nicht platziert genug – erneut war Felix Wiedwald zur Stelle.

Nach einer halben Stunde war es dann erneut eine Kombination über die rechte Seite, die Gefahr brachte, doch nach der Flanke von Lamprecht spitzelte Hesse den Ball aus zentraler Position vorbei. Fünf Minuten später standen beide Spieler erneut im Blickpunkt, diesmal scheiterte Hesse an Wiedwald.

Kurz vor der Pause setzen die Bremer dann noch einen gefährlichen Konter. Thiele legte am Strafraum quer auf Lennart Thy, doch dessen Direktschuss wurde noch abgeblockt, so blieb es bei der knappen Bremer Führung zur Pause. Wolfgang Wolf war mit dem Spiel seiner Mannschaft überhaupt nicht zufrieden.

Wir waren in der ersten Halbzeit nicht auf dem Platz, Bremen hat allerdings auch überragend gespielt. Nach der Pause haben wir dann unser wahres Gesicht gezeigt, haben die Zweikämpfe gewonnen und zielstrebiger gespielt.“ Nur noch einmal tauchten die Bremer gefährlich vor dem Offenbacher Tor auf, doch Ayik scheiterte nach 49 Minuten aus der Distanz. In der Folgezeit spielte nur noch eine Mannschaft, und das war der OFC. Schon in der 51.Minute belohnten sich die Kickers selbst dafür. Occean hatte Mitte der gegnerischen Hälfte abgelegt auf Feldhahn, der einen langen Ball zu Berger auf die linke Außenbahn spielte. Der Österreicher zog beherzt in den Strafraum hinein und traf aus halblinker Position mit rechts zum 1:1.

Die Kickers entwickelten nun fast im Minutentakt eigene Chancen. In der 54.Minute scheiterte Occean an Wiedwald, in der 55.Minute vergab Kai Hesse per Kopf. Weitere 60 Sekunden später machte er es besser. Mehic hatte ihm den Ball in den Lauf gespielt, Hesse lupfte das runde Spielgerät mit dem Außenriss an Wiedwald vorbei zum 2:1 ins Netz. Innerhalb von nur fünf Minuten hatten die Kickers das Spiel gedreht.

Und nach 65 Minuten war die Begegnung dann vorentschieden. Berger setzte sich auf der linken Seite durch, flankte nach innen und Hesse musste nur noch den Fuß hinhalten zum 3:1 für den OFC. Hesse wäre beinahe sogar noch ein lupenreiner Hattrick gelungen, aber in der 75.Minute lupfte er den Ball ans Außennetz, zwei Minuten später scheiterte er mit einem flachen Linksschuss an Wiedwald. Zehn Minuten vor Schluss vergab Nicolas Feldhahn die letzte Möglichkeit des Spiels.

Den Fans war es egal, sie feierten nach Schlusspfiff das eigene Team. „Jungs, wir sind stolz auf Euch“, töne es lautstark von der Waldemar-Klein Tribüne. „In der ersten Halbzeit hatte ich Augenschmerzen, der zweite Durchgang war ganz in meinem Sinne. Aufgrund dieser Steigerung haben wir auch hochverdient gewonnen“, sagte Wolfgang Wolf und zog abschließend noch eine Zwischenbilanz. „Wir haben aus 11 Spielen 28 Punkte und sind Tabellenführer. Ich denke, es hätte schlimmer kommen können.“ Durch den Heimerfolg konnte der OFC seinen Vorsprung auf den ersten Nichtaufstiegsplatz sogar auf sechs Punkte ausbauen.


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