Rückblick auf den DFB-Pokalsieg 1970

Der 29. August 1970 beginnt wie ein normaler Sommertag. Die Sonne lugt schon in den frühen Morgenstunden hervor und taucht die Stadt Hannover bald in heißes Licht. Niemand ahnt so recht: Heute wird Geschichte geschrieben.

Pokal 1970

Und doch verschwindet Niedersachsens Hauptstadt am Mittag in einem rot-weißen Meer aus Fußballfans. Kölner und Offenbacher strömen gleichermaßen in heller Vorfreude in die Stadt und zum altehrwürdigen Niedersachsenstadion, um das DFB-Pokalfinale zu erleben und ihre Mannschaft siegen zu sehen.

Die Vorzeichen sind unmissverständlich: Der Spitzenverein 1. FC Köln ist mit einer Reihe von Kantersiegen in das Finale gestürmt, hat Alemannia Aachen im Halbfinale gar mit 4:0 weggeputzt.

Dem OFC kommt als Zweitligisten die Rolle des Underdogs zu, obwohl die Mannschaft so illustre Namen wie Borussia Dortmund oder den 1.FC Nürnberg aus dem Wettbewerb geworfen hat. Die erste Sternstunde für den OFC hat jedoch schon im Viertelfinale geschlagen, als die Kickers den Rivalen aus Klein-New-York im eigenen Stadion mit einem 3:0 blamierten.

Um 16:00 wird das Spiel angepfiffen. Die erste Halbzeit bietet einen offenen Schlagabtausch mit leichten Vorteilen für den Favoriten, bis Klaus Winkler mit einer schönen Einzelaktion in der 26. Minute das sensationell das 1:0 ins Eck zwirbelt. Auf den Rängen sind die Kickers-Fans tonangebend.

Nach dem 2:0 durch Horst Gecks Mitte der zweiten Hälfte steht das ganze Stadion Kopf. Neun Minuten später erzielt der große Hannes Löhr den Anschlusstreffer. Und als in der 80. Minute nach einer Einlage von Bernd Rupp auf Strafstoß entschieden wird, hält es die Offenbacher Fans nicht mehr auf den Plätzen. Sie rennen in Scharen auf das Feld, sodass das Spiel unterbrochen werden muss. Als sich die Lage wieder beruhigt hat, wird der Elfer ausgeführt. Karlheinz Volz mutiert zum ultimativen Pokalhelden, indem er pariert.

Nach einer für das OFC-Herz peinigenden Nachspielzeit ist es soweit: Die Kickers gewinnen als erster Zweitligist überhaupt den DFB-Pokal.

Der Aufschrei, der anschließend durch die Region ging, war so laut, dass er selbst im Adlerhorst nicht überhört werden konnte. Die Kickers hatten für eine Sensation gesorgt, die niemand hatte kommen sehen. Es sind Tage wie diese, für die wir ins Stadion gehen, mit unserem OFC leiden und hoffnungsfroh in die Zukunft schauen.

Bald startet die neue DFB-Pokal-Saison und obwohl unsere Kickers dieses Jahr leider nicht teilnehmen werden, steigt ein Kickers-Spiel im Sparda-Bank-Hessen-Stadion. Am 12.08. trifft die jüngst aus der zweiten Liga abgestiegene Auswahl der Würzburger Kickers auf den Traditionsverein Werder Bremen.

Wir freuen uns auf unsere Gäste und eine spannende erste Pokalrunde!